Venice, IT

Wenn die Corona-Pandemie einen Nutzen hat, dann, dass Sie die Straßen leer fegt, selbst in Touristen-Hochburgen wie Venedig. Als Arogaphob eine willkommene Gelegenheit auch sonst überfüllte Metropolen mit einer gewissen Entspannung zu genießen. Gerade mal zwei Wochen nach der Wiedereröffnung von Europa sollten die Autobahnen immer noch frei von lästigen Urlaubskarawanen, der Stau an den Grenzen überschaubar sein und sich die Einheimischen zur Abwechslung über lange vermisste Touris mit Kamera freuen, die wieder Geld in die heimischen Kassen spülen. Kamera und 35 mm Objektiv sind ohnehin immer reisebereit, mehr als Zahnbürste brauch ich zusätzlich nicht für einen Wochenend-Trip. So richtig informieren über die Einreisevoraussetzungen, Transit über die Schweiz oder sonstige Bedingungen muss nicht sein, will die Spontanität ja nicht kaputt machen - Leben am touristischen Limit braucht halt keine Vorplanung und Informationsveranstaltungen! Außerdem kann ich immer umdrehen und im Gegensatz zu Freiburg soll das Wetter über das Wochenende traumhaft sein. Also, gedanklich kurz durchgespielt und schon sitze ich spontan Samstag morgens im Auto Richtung Süden. Gerade mal 6 Stunden, quer durch die Schweiz, den Gotthard Tunnel, Richtung Mailand und Links ab nach Venezien. Hotel kann ich auf dem Weg buchen, Schlafsack hätte ich auch sicherheitshalber mit dabei. 

 

Tatsächlich, weitestgehend freie Fahrt, die Schweizer Grenze ist ohnehin gewohnt stressfrei und auch die Italienischen Carabinieri vom Zoll winken mich nach gerade mal 5 Minuten Schritttempo mit relaxter Handbewegung Richtung "Bella Italia". Wenn schon spontan, dann richtig. Auf der Fahrt will ich mich noch für einen Zwischenstopp in Mailand entscheiden, vielleicht auch auf dem Rückweg. Vorweg, weder auf dem einen, noch auf dem anderen Weg hat es mich nach Mailand gezogen. Allein die Fahrt an der äußersten Stadtgrenze vorbei macht einem klar, hier machst man keinen kurzen Zwischenstopp für ein paar Bilder hier und da. Steht also für die kommenden Wochenende ganz weit oben auf dem Plan. Die nahezu Kurven freien Autobahnen geleiten mich geschmeidig durch die romantische Landschaft Italiens bis an die Küste. Die vielen leeren Parkplätze im Industriegebiet auf dem Festland direkt vor Venedig prophezeien bereits eine Touristen freie Stadt und einen günstigen Trip. Mautgebühren: ja, teuer Parken in, beziehungsweise vor Venedig: Nö! Drei Stationen mit dem Bus über die asphaltierte Verbindung zur Insel und schon kann es los gehen. Kurzum, genialer Trip. Insgesamt über 12 Stunden stressfreie Autofahrt wurden belohnt mit einer traumhaften Strecke durch die atemberaubende Landschaft der Schweiz, mein Erstes Mal Berg-Fisten à la Gotthard, einem im Gegensatz zur Normalität fast ausgestorbenem Venedig und bestem Wetter um mit der Kamera durch die engen Gassen zu schlendern. Und nu was für die Augen...