Nancy, FR

Endlich Wochenende! Die Sehnsucht im dynamischen Duo gemeinsam mit meiner M10 enge Gassen und belebte Straßenzüge mir bisher verborgen gebliebener Städte zu erkunden macht die Arbeitswoche teilweise unerträglich. Um so größer die Freude, wenn ich mich Samstag morgens nach dem Frühstück auf der Autobahn wieder finde und - zwei Litern Kaffee sei Dank - nach zurück gewonnenem Denkvermögen lediglich die Entscheidung treffen muss ob nun rechts oder links ab in die Ferne. Nach Schweiz und Italien soll es diesmal irgendwo Richtung Frankreich gehen. Von Freiburg bis zur Grenze sind es ein paar Minuten, gerade genug um spontan das Ziel anzupeilen. Südfrankreich, aktuell in der Lavendel-Blüte, scheint sehr verlockend - für einen reinen Wochenend-Trip doch etwas weit. Paris wäre auf jeden Fall wieder eine Reise wert, jedoch auch nicht gerade "um die Ecke". Marseille, Lyon, so richtig viel mehr fällt mir im morgendlicher Umnachtung auch nicht ein, Alles etwas Weit nach dem letzten Trip Venedig, also erstmal Ausfahrt Colmar über den Rhein, der Rest wird sich ergeben. Kaum über die Grenze kommt mir das erste Autobahnschild auch schon entgegen: Nancy. Gerade mal 150 Kilometer trennen mich noch, die Richtung nehme ich! Wirklich viel weiß ich über die Stadt nicht, um ehrlich zu sein eher gar nichts. Egal, will ja auch keine Reisegruppe leiten, mir reicht eine neuer Spot und gutes Licht!

 

Nach entspannter Autofahrt wird noch schnell das Hotel für die Nacht gebucht und schon genieße ich die Erkundung der Innenstadt. So ein bisschen Mitleid mit der lokalen Tourismusindustrie hat man bei den verwaisten Plätzen und Flaniermeilen ja schon, letztendlich überwiegt jedoch die Freude über entspanntes Schlendern ohne den sonst üblichen Massentourismus. Natürlich gehört letztendlich genau das auch zum Stadtbild, daher darf man sich schon die Frage stellen ob meine Bilder eher den Ausnahmezustand dokumentieren, oder aktuell den Blick auf die Stadt an sich frei geben, ohne störende humane Objekte. Wie auch immer, Nancy bei Traum-Wetter wird mir persönlich ebenso gut und positiv in Erinnerung bleiben wie all die anderen nahezu ausgestorbenen Metropolen auf meinen Trips in Corona-Zeiten. Besonders Auffällig war jedoch die Freundlichkeit der Menschen, die mir in der Stadt begegneten. Natürlich treffen meine nach Motiven suchenden Blicke nahezu jeden der mir über den Weg läuft, ich kann mich jedoch nicht erinnern wann ich das letzte mal mit so viel lächelndem Feedback beschenkt wurde. Love!