Frankfurt, DE

Nach nunmehr fast vier Wochen vollstopp Lockdown packt mich der Corona-Blues. Fototrip nach Nepal gecancelled, Tokio steht ebenso auf der Kippe und selbst innerhalb Deutschlands ist Reisen offiziell nicht gestattet gewesen, oder zumindest nicht gerne gesehen. Nicht nur der Rebell in mir legt es drauf an die Regeln zu brechen, Corona bedingt nahe Auto frei und Menschen leere Straßen bieten ein Stadtbild, dass seinen ganz besonderen Reiz für eine Foto-Session entfaltet. Schließlich gebe ich mich der Verlockung hin, auch die Bedenken von Ordnungskräften auf Grund touristischer Unternehmungen der Stadt verwiesen zu werden, kann mich nicht mehr aufhalten. Die passende Ausrede habe ich mir bereits zurecht gelegt: "Ich bin ja beruflich hier, zur Dokumentation". Dass nehme ich mir zwar selbst nicht ab, beruhigt jedoch die Nerven und so bin ich bereits auf dem Weg zu einer meiner Favourites für Street Fotografie: Frankfurt am Main. Eine der wenigen Deutschen Städte mit echter Skyline, Wolkenkratzern und wahrem Großstadt Flair. Der Leica Store gleich in der Innenstadt ist ebenso regelmäßige Anlaufstation wie der Flughafen, diesmal erweitere ich jedoch weder mein Equipment, noch ist die Stadt internationales Drehkreuz für fernere Ziele. In Freiburg drohen Unwetter, Frankfurt soll bis in den Abend verschont bleiben, Grund genug Sonntag Morgens bei der ersten Tasse Kaffee und Corona-Blues den Entschluss zu fassen, das Zeitfenster für einen spontanen Trip mit Kamera zu nutzen. Neben dem üblichen 35mm Objektiv muss definitiv auch das 21er mit, immerhin führt die Mainmetropole mit mehr als den ersten Zehn Plätze der Liste der höchsten Gebäude in Deutschland an. Es ist nicht das erste Mal, dass ich für eine Session in Frankfurt bin. In der Regel parke ich etwas Abseits Downtown, bzw. des Finanzdistriktes, laufe dann gemütlich für eine paar Shots von der die Skyline die Main-Promenade entlang und setze dann irgendwann hinüber in den Großstadt-Djungel mit seinen urbanen Riesen aus Stahl, Beton und Glas. Glücklicherweise hat es die Nacht geregnet, die Häuserschluchten mit den teilweise alten Fassen sind gespickt mit Pfützen, deren Spiegelungen dazu einladen, sich für die Aufnahme davor in den Dreck zu schmeissen. Dazu noch interessante Wolkenfelder die bis zum Abend tatsächlich in eine kontrastreiche Weiss- bis Dunkelgraue Gewitterzelle mutieren. Der Tag bietet also Alles, was man sich wünscht: Viel Licht, Sonne, Schatten, Reflexionen und zum Schluss noch einen gewaltigen Himmel.